Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

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    • Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hallo Aquarianer,

      Ich bin vor 6 Wochen mit meinem Düngeprogramm von der Firma D……… auf DRAK Ferrdrakon und Daydrakon umgestiegen, nachdem ich in den diverseren Foren die begeisterten Beiträge gelesen habe und ich zudem die Preispolitik der "etablierten Firma" nicht mehr unterstützen möchte.
      Leider habe ich auf einmal ein massives Fadenalgen- und Grünalgenproblem.
      Was habe ich falsch gemacht ? Nun zu den Details:

      Das Aquarium ist seit November 2008 eingerichtet.
      375 Liter Becken 150x50x50

      Stark bepflanzt (2/3 des Bodengrundes),
      6 x Echinodorus (bleheri und parviflorus, 1x red rubin);
      10 x Cryptocoryne;
      ein Rasen ca. 50 x 20cm Sagittaria,
      als schnellwachsende Pflanzen ca. 30 Hydrocotyle leucocephala,
      ca. 20 Vallisnerien, 6 Hygrophila polysperma

      Beleuchtung: 1 x T5 Special Plant; 1 x T5 Arcadia Plant Pro (jeweils 54Watt), beide mit Reflektoren
      Beleuchtungsdauer: 7 – 12 Uhr und 16:30 – 22:00 Uhr

      Reglheizer 300 Watt + Bodenheizung 50 Watt; Kies ca. 2-3mm Körnung, darunter Düngegrund (Firma D.......)

      Filterung: Außenfilter Eheim 2128, auf ca. 75% gedrosselt, Einströmung ca. 2cm unterhalb der Wasseroberfläche

      CO2-Düngung mit Nachtabschaltung

      Besetzung: 3 x Skalare, 35 x Rotkopfsalmler, 10 x Corydoras, 2 x Ancistrus, 2 x Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch.

      Wasserwerte:
      PH: 7,2
      GH: 16
      KH: 9,5
      O2: morgens 4-5; abends 7-8 mg/l
      NO3: <0,25 mg/l
      NO2: nicht nachweisbar
      PO4: 0,30 mg/l
      Fe: 0,1-0,2 mg/l
      NH3/NH4+: nicht nachweisbar

      Wasserwechsel alle 2 Wochen 40-50%
      Düngung: zunächst 1x pro Woche Ferrdrakon 10ml pro 100 Liter Nettovolumen -> starker Algenwuchs
      Jetzt: Reduktion auf ½ der Menge, Düngiung nur alle zwei Wochen
      (also 5ml pro 100 Liter), dazu alle drei Tage 1,5ml Daydrakon -> grüner Algenteppich auf den Blättern (spezuiell Echinodorus) geht etwas zurück, dafür aber verstärkt Fadenalgen an den Blattenden.

      Wer kann mir da einen Tipp geben ? Soll ich wieder mehr düngen ? Durch die Reduktion des Düngers hat zwar das Algenwachstum etwas nachgelassen, aber jetzt werden die Hydrocotyle blaßgelb und man sieht die Blattnerven, die weiß schimmern.

      Oder soll ich bewußt relativ viel, dafür aber konstant düngen ?

      Vielen Dank im voraus für die Tipps !!!

      Gruss,
      Bernhard
    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hallo,
      auch wenn ich verstehen kann, daß Ihnen die Antwort unter den Nägeln brennt - manches braucht eben seine Zeit. Zumal eine fundierte überlegte Antwort nicht mal eben in 5 Minuten runter getippt ist.
      Sie bekommen selbstverständlich noch eine Antwort, nur kann ich nicht versprechen, daß dies schon innerhalb der nächsten 48 Std. passieren wird.
      Nasse Grüße

      Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Ich bin mir nicht sicher ob ich wirklich weiter helfen kann aber ich schilder einfach einmal meine eigenen Erfahrungen

      Ich hatte auch erhebliche Probleme mit Fadenalgen und Grünalgen
      Ich habe auf Ferrdrakon Power umgestellt(um gleichmäßiger zu Düngen) und habe begonnen mit Eudrakon P und N beizudüngen. Insbesondere PO4 war bei mir nicht vorhanden. Das scheint bei dir nicht der Fall zu sein. Auch ein Mangel an Nitrat ist wohl nicht vorhanden. Die Werte sind eher etwas zu hoch. Desweiteren Habe ich die Härte meines Wasser mittels Osmose gesenkt, was auch eine Senkung des PH Wertes zur Folge hatte. Mein Algenbestand ist in den letzten 2 Wochen völlig zusammen gebrochen :) Vieleicht würden (soweit es das Ausgangswasser her gibt) größere Wasserwechsel helfen um die Werte an Po4 und N03 auf die empfohlenen Werte zu senken. Ich bin wahlich kein Experte da gibt es hier sicherlich Andere. Dennoch vieleicht hilft es ja.

      Viel Glück
    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hi,

      in der Ruhe liegt die Kraft - jaja blala - ne gerade im Aquarium trifft das
      Sprichwort zu. Außerdem Konstanz d.h.

      -regelmäßiger Teilwasserwechsel jeden
      Tag ca. 1 Prozent des Nettovolumens nach Selze.
      (ich gebe zu das ist sehr aufwändig, aber seit dem ich mir einen Abflußhahn
      an den Aussenfilter installiert habe und nur meine Gießkanne dranhängen muß
      ist es gar nicht so schlimm. Und ich muß sagen seit dem läuft es besser)

      -kurzfristige Wasserwertänderungen scheinen Algen immer
      am besten auszunutzen, die höherentwickelten Pflanzen
      haben da ihre Probleme
      deshalb alle Maßnahmen langsam durchführen ...

      Um so mehr ich hier versuche zu schreiben um so klarer wird mir das
      auf Grund der Komplexität eines Aquariums und deren Zusammenhänge eine
      Ferndiagnose so gut wie nicht möglich ist.

      Deshalb noch mal mein Ratschlag - sachte sachte - ich selber habe es mit
      vielen Massnahmen in letzter Zeit ein wenig übertrieben und bin von einem
      Problem in das nächste geschlittert, von
      schlecht wachsenden Pflanzen über alle möglichen Algenformen einschl.
      Cyanos (gut Pinsel und Bartalgen hatte ich nicht). Und habe allerhand im
      Netz gelesen alle möglichen Standardwerke der Aquaristik gelesen -
      und selbst Selze, Hückstedt, Kasselmann, Krause und wie sie alle heißen
      sind sich nicht in allen Punkten einig - widersprechen sich in einigen Punkten
      sogar (siehe Sauerstofftheorie Krause <> Kasselmann).

      Ach ja was ich eigentlich damit sagen wollte, leider sind die Wasserwerte,
      Beleuchtung, Dünger etc. nicht alles, auch wenn alles scheinbar stimmt
      (kommt darauf an nach wem Du dich richtest) kann es sein das es nicht so
      funktioniert wie Du Dir es wünscht - es funktioniert! aber nicht n. Erwartung :)
      Es ist ein Irrglaube der Menschen, die Natur verstanden zu haben.
      Aber ich schweife ab sorry....

      Gut seit dem ich meinen Drak Dünger (Kramerdrak, Eudrakon N & P)
      automatisch dünge - und nicht mal ein wenig mehr wenn mir die Blätter
      der Enchi zu blass erscheinen, und alle weiteren Massnahmen wie UVC,
      irgendwelche Filterzusätze (Zeolith etc.) abgestellt habe - läuft es von Tag
      zu Tag besser. Pflanzen wachsen besser, die Enchi treibt jetzt sogar eine
      Blüte -unter Wasser! Und die Algen - nur noch minimal - muß wohl bald
      meine Algenfresser zufüttern :)

      Ach was hast Du denn für Grünalgen - die langen fädrigen?
      Die habe ich regelmäßig bekommen nach großen Wasserwechseln,
      (mit meinen Mini-WW oder kann man das jetzt
      schon Durchflussbecken nennen *g* keine mehr)
      diese sollen ja ein Indiz für gute Wasserqualität sein,
      was sicherlich nach dem WW der Fall bei dir ist.

      Eine Sache noch die letztendlich bei mir Erfolg gebracht hat mit den Cyanos,
      (sonst keine weiteren Massnahmen in der letzten Woche),
      Rolläden tagsüber runter - die Sonne ist richtig kräftig (21Juni...),
      falls Zimmerpflanzen die vorrübergehend umquartieren. Ich spreche hier nicht
      von einer totalen Dunkelkur - also Beckenbeleuchtung wie gehabt. (10-11h)

      So denn
      mir fällt erstmal nix mehr ein ...

      Gruß Martin

      - alle überflüssigen Punktierungen wurden maschinell entfernt -
    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hallo Martin,

      danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich suche ja eigentlich auch schon seit mehreren Jahren nach dem „Geheimnis“ des üppigen Pflanzenwuchs und habe die von Dir zitierte einschlägige Literatur (Kachelmann etc.) auch schon verinnerlicht.

      Zum Thema Cyano-Bakterien (Blaualgen) habe ich zwangsweise umfangreiche Versuche durchgeführt, wobei die Dinger aktuell glücklicherweise nicht bei mir auftreten. Ich habe generell zwei Ursachen für Cyanos festgestellt:
      1.) Überdüngung: In diesem Fall setzten sich die Cyanos überall fest, also auf Blättern, Steinen etc. In diesem Fall half bei mir die Dunkelkur (aber völlig abdunkeln) verbunden mit 80%-igem Wasserwechsel, danach 14 Tage lange jeden Tag 10% wechseln und keinen Dünger zugeben. Danach ganz vorsichtig wieder mit Dünger anfangen.

      2.) In neu-eingerichtetem Becken vor allem an der Wasseroberfläche: Da setzten sich bei mir die Cyanos zwischen den Schwimmpflanzen (Muschelblumen) fest und breiteten sich im Nu über die ganze Oberfläche aus. Ich habe gelesen, dass es sich dyabei um die sogenannte „Reinstform“ von Cyanos handelt, die sich gerade in Nischen ausbreiten, wo ein Nährstoffmangel vorherrscht. Pflanzen können dort offenbar nicht mehr wachsen, also breiten sich die Cyanos aus.
      Ich habe mich dann zu einer Radikalmaßnahme entschlossen und den kompletten verdreckten Filterinhalt (5 Liter) aus einem anderen – gut funktionierenden – Becken in dieses neue Becken gekippt (meine Familie stand fassungslos daneben ….). Erstmal war natürlich das ganze Wasser undurchsichtig braun / schwarz. Nach zwei Tagen hatte sich alles wieder aufgeklärt, das Wasser bekam sogar den gewünschten „silbrigen Glanz“ – und die Cyanos sind seitdem Geschichte.

      Aber jetzt zu „meinen“ Algen:

      Ich kämpfe mit zweierlei Algentypen:
      a.) die langen fädrigen Algen. Diese wachsen an den Blatträndern, v.a. bei den Echinodorus und den Vallisnerien.
      Ich entferne diese fast täglich, d.h. ich kuriere die Symptome; die Ursache habe ich noch nicht gefunden. Meine Wasserwerte scheinen ok. zu sein.
      b.) Auf den Echinodorus zusätzlich noch kurze pelzartige Grünalgen, die das ganze Blatt überziehen. Das ist für mich ein Zeichen von Nährstoffüberangebot, sprich Überdüngung.
      Ich habe deshalb jetzt einen 50% Wasserwechsel durchgeführt und die Düngung auf ein Drittel der von DRAK empfohlenen Mengen zurückgefahren. Ich dünge jeden 2. Tag, abwechselnd Ferrdrakon und Daydrakon. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Der Fe-Gehalt geht jetzt natürlich auch gegen Null, was dem Wachstum auch wieder entgegenstrebt.
      Ich werde weiter berichten; wie Ihr schon geschrieben habt, gehen alle Vorgänge und Veränderungen in der Biologie aber ganz laaaangsaaam ….

      Viele Grüße,
      Bernhard
    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hallo,

      bernie-124 schrieb:

      Ich habe mich dann zu einer Radikalmaßnahme entschlossen und den kompletten verdreckten Filterinhalt (5 Liter) aus einem anderen – gut funktionierenden – Becken in dieses neue Becken gekippt (meine Familie stand fassungslos daneben ….). Erstmal war natürlich das ganze Wasser undurchsichtig braun / schwarz. Nach zwei Tagen hatte sich alles wieder aufgeklärt, das Wasser bekam sogar den gewünschten „silbrigen Glanz“ – und die Cyanos sind seitdem Geschichte.
      nicht nur gegen Blaualgen, sondern auch ganz allgemein zum Einfahren des Beckens die bestmögliche Maßnahme. Ein Nitritpeak tritt so praktisch nie auf.

      Zwei empfehlenswerte Pflanzenarten möchte ich Ihnen noch ans Herz legen:
      Das rotstengelige Hornkraut, das wirklich algenhemmende Stoffe ausscheidet und das
      Mexikanische Eichenblatt (Shinnersia rivularis), das derartig Unkraut-artig wächst, das es als Nährstoff-Konkurrenz gegen Algen einfach unübertroffen ist.
      a.) die langen fädrigen Algen. Diese wachsen an den Blatträndern, v.a. bei den Echinodorus und den Vallisnerien.
      Ich entferne diese fast täglich, d.h. ich kuriere die Symptome; die Ursache habe ich noch nicht gefunden. Meine Wasserwerte scheinen ok. zu sein.
      Das ist eines der Probleme. Grünalgen haben annähernd dieselben Ansprüche an das Wasser wie höhere Pflanzen. Man fährt tatsächlich am besten damit, nicht die Algen zu bekämpfen, sondern das Pflanzenwachstum zu fördern.
      Hierbei ist der eingeschlagene Weg (mit täglicher oder wenigstens 2- täglicher Düngung) sicherlich nicht verkehrt.
      Nasse Grüße

      Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hallo,

      bernie-124 schrieb:

      PH: 7,2
      KH: 9,5
      hier könnte man noch etwas mehr CO2 zuführen. Meiner Rechnung nach sind das bislang nur 17 mg/l CO2.
      NO3: <0,25 mg/l
      Hier sehe ich einen Ansatzpunkt. Ein so niedriger Nitrat-Gehalt bremst das Wachstum aller Pflanzen, was so widersinnig es vielleicht im ersten Moment klingen mag, wiederum mehr den Algen zugute kommt.
      NO2: nicht nachweisbar
      D.h. die Biologie funktioniert.
      PO4: 0,30 mg/l
      Kann man genauso lassen.
      Fe: 0,1-0,2 mg/l
      Das ist vielleicht ein klein wenig zu hoch. Aber sie haben die Zugabemenge ja inzwischen schon abgesenkt.
      NH3/NH4+: nicht nachweisbar
      Das passt zum niedrigen Nitrat-Gehalt.
      Zum Düngen von Ammonium/Nitrat empfehle ich Ihnen Eudrakon N.
      Nasse Grüße

      Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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    • AW: Umstellung auf DRAK - Hab ich zuviel gedüngt ???

      Hallo Bernhard,

      ich würde als erstes versuchen den KH-Wert langsam und schrittweise zu senken bis auf eine KH von 3-4, so hast du auch die Möglichkeit deinen Pflanzen viel mehr freies, d.h. für sie wirklich nutzbares CO2 zur Verfügung zu stellen. Aber mit dem Aufdrehen des Hahns an der Co2-Buddel wirst du den KH-Wert nicht genügend senken können.
      Wie sehen denn die Wasserwerte deines Versorgers aus? Kommt das Wasser mit KH9 bei dir aus der Leitung?
      N03 würde ich auf 5-8mg/l einstellen. P04 ist ok, ein bißchen weniger (um 0,1) aber auch nicht schlecht. Hast du die Möglichkeit Kalium zu messen? Wäre sicherlich auch noch interessant zu wissen, wo du da so liegst, wieviel bringst du wöchentlich mit dem Wasserwechsel in dein Becken ein?
      Du siehst noch einige offene Fragen.
      Aber trotzdem schonmal weiterhin gutes Gelingen.

      Gruß Piet