Dosierung von Aquadrakon EL bei Problemen mit Bakterien

  • Hallo,


    ich habe seit einiger Zeit ein Problem mit Bakterien in meinem Becken. Als Folge davon habe ich immer mal wieder (ca. alle 3 Monate) einen Verlust durch Maul- oder Flossenfäule.


    Ich mache ca. alle 1, max. 2 Wochen 50% WW. Ebenfalls habe ich einen UV-Klärer installiert. Da aber alles nicht so recht Erfolg gebracht hat, bin ich immer auf der Suche nach neuen Ideen.


    Nun bin ich auf Aquadrakon El gestoßen und habe es mir gleich bestellt. Heute habe ich in mein 200l-Becken 50ml gegeben. Wie soll ich weiter verfahren? Soll ich abwarten und das nächste mal in einem Monat wieder eine Kur machen oder soll ich die Menge erhöhen?


    Hat noch jemand eine andere Idee, wie ich die Bakteriendichte verringernkann?


    viele Grüße


    Monika

  • Hallo,
    wenn nicht mal ein UV-Klärer hilft, ist wahrscheinlich die Keimdichte im Becken viel zu hoch. Ursachen dafür gibt es einige:


    Zu hoher Besatz und damit einhergehend zu viel Futter
    Ein Filterung, die mit der anfallenden Menge Futterreste und Kot nicht klarkommt.
    Nicht zuteffende Umweltbedingungen für den Besatz (z.B. zu weiches und saures Wasser für viele Lebendgebährende).


    Das muß man ermitteln und die Ursache abstellen, alles andere lindert nur die Symptome.


    Aquadrakon EL sollte nicht nur einmalig, sondern regelmäßig und insbesondere beim Wasserwechsel gegeben werden.

  • Hallo,
    Zu hoher Besatz und damit einhergehend zu viel Futter
    Ein Filterung, die mit der anfallenden Menge Futterreste und Kot nicht klarkommt.
    Nicht zuteffende Umweltbedingungen für den Besatz (z.B. zu weiches und saures Wasser für viele Lebendgebährende).


    Hallo,


    klar würde ich gerne die Ursachen bekämpfen, aber bisher konnte mir niemand sagen, welche es sind. Aber auf die genannten Möglichkeiten möchte ich gerne antworten:


    Ich habe in 200l folgenden Besatz:
    3 weibliche Antennenwelse
    20 Amanogarnelen
    12 Kupfersalmler
    3 Fadenfische
    einiges an Posthorn- und Turmdeckelschnecken sowie 2-3 Raubschnecken.


    Als Filterung dienst ein recht großer HMF.


    Bezüglich Futter weiß ich nicht so recht. Ich gebe 5-6 Tage die Woche jeweils 2 kleine Futtertabs und etwas Granulat. Einmal die Woche gibt es ca. 5-6 Garnelensticks. Ab und an gibt es statt Granulat Frostfutter oder lebende Artemias. Ist das zu viel? Was dafür sprechen würde ist der ziemlich hohe PO4-Wert. Den habe ich getestet, da ich meine Düngung optimieren wollte. Er war Mitte Oktober bei 1,2. Danach habe ich meist 3 Fastentage eingelegt und der PO4-Wert war Anfang November auf 0,7.


    Im übrigen halte ich den PH-Wert durch CO2 auf ca. 6,9. Die Temperatur ist zwischen 26° und 28°.


    viele Grüße


    Monika

  • Hallo,


    es ist schade, dass ich auf meinen Beitrag keine Antwort erhalte. Es ist wirklich schwierig. Ich habe immer wieder versucht, die Ursachen zu ermitteln, aber leider haben alle Bemühungen bisher nicht zum Erfolg geführt.


    Daher bleibt mir im Augenblick einfach nichts anderes übrig, als zu versuchen, die Symptome zu lindern.Vor diesem Hintergrund kam auch meine Frage bezüglich der Dosierung von Aquadrakon. Sollich sie unter diesen Umständen verdoppeln oder gar verdreifachen?


    Über weitere Hinweise zur Ursachenermittlung würde ich mich natürlich auch sehr freuen.


    viele Grüße


    Monika

  • Hallo,
    manchmal ergibt sich wegen anderer Dinge, die wir hier tun müssen, zuwenig Zeit für das Forum. Ich bitte um Nachsicht.


    Es sind immerhin:
    3 x 12
    20 x 4
    12 x 4
    3 x 7
    = 185 cm Fisch + Garnelen.


    D.h. das Becken ist schon sehr gut besetzt. Evtl. muß man doch den Besatz verringern, bzw. den notwendigen Wasserwechsel stark ausweiten. Mind. 1 mal die Woche 50 %, besser mehr.
    Und Sie haben recht, der hohe PO4-Gehalt ist ein Symptom für tendentiell zu viel Besatz und/oder zu wenig Bepflanzung.
    Falls Sie Frostfutter verwenden, sollte dies immer unter fließendem kalten Wasser aufgetaut und dann sofort verfüttert werden.


    Zusätzlich würde ich noch mit Torf, Erlenzäpfchen, Seemandelbaumblätter oder -rinde zur Vorbeugung arbeiten. Humin- und Gerbstoffe wirken nämlich ganz allgemein keimhemmend.

  • Hallo Herr Kramer,


    da sind Sie jetzt der erste, der von zu viel Besatz spricht. Aber ich denke mal darüber nach. Bisher habe ich auch immer gehört, dass 50% WW alle 1-2 Wochen eher die obere Grenze ist. Ich finde, als Anfänger ist es wirklich nicht leicht, sich da zurecht zu finden.


    Mit dem Frostfutter mache ich es genau so, wie Sie es beschrieben haben.


    Huminsäuren benutze ich eher weniger, da ich gelesen habe, dass diese von meinen Fadenfischen (Colisa Labiosa) nicht so gut vertragen werden (Aufsatz von Dr. Jörg Vierke).


    Pflanzen habe ich eigentlich reichlich. Da ist eher kein Platz für weitere. Aber hier habe ich im Augenblick etwas Probleme mit dem Wachstum. Daher bin ich ja auf Sie gestoßen und versuche nun, mit Ihrem Dünger das Wachstum wieder zu verbessern.


    Also wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann versuche ich es nun erst einmal mit noch mehr WW. Parallel dazu werde ich weiter versuchen, durch bessere Düngung das Pflanzenwachstum anzukurbeln. Ebenfalls setze ich Aquadrakon ein. Ich bin mal gespannt, ob es dann besser wird. Leider kann man die Keimdichte aber nicht wie z.B. den PO4-Wert messen, so dass man die Erfolge oder Mißerfolge erst sehr spät sieht.


    viele Grüße


    Monika

  • Hallo,
    ohne weitere Probleme würde ich auch nicht unbedingt von zuviel, eher von "jetzt nicht mehr" sprechen. Aber es gibt ja Probleme und Sie haben ja auch den Wunsch das ursächlich anzugehen. Und, da kann ich mich nur wiederholen, die Haupturachen für eine zu hohe Keimbelastung sind zuviel Tiere, desswegen viel Futter und eine demgegenüber zu klein dimensionierte Filterung (den letzten Punkt möchte ich fast ausschließen, ein Mattenfilter hat eine sehr große Kapazität).
    Eine andere Möglichkeit, auf die wir aber keinen Einfluß haben, wären aus der Zucht vorgeschädigte Tiere mit unterentwickeltem Immunsystem. Hier hilft dann trotzdem nur Keimbelastung senken, gutes abwechslungsreiches Futter und stark erkrankte Tiere nach Möglichkeit separieren (Quarantänebecken), um die Belastung der anderen (noch) symptomfreien Tiere möglichst zu verringern.
    Huminstoffe (das ist nicht dasselbe wie Huminsäuren) sind eigentlich in natürlichen Gewässern (nur in aufbereitetem Leitungswasser fehlen sie vollständig) in mehr oder weniger großen Mengen ubiqitär und sollten daher auch Fadenfischen keine wirklichen Probleme bereiten, ganz im Gegenteil.


    Aus meiner Sicht gibt es keine Grenze für zuviel Wasserwechsel. Schauen Sie mal in die Tropen, wenn es regnet. Natürlich muß man das Wasser aufbereiten und anpassen. Aber bei regelmäßigen großen Wasserwechseln mit Leitungswasser hat das Waser im Becken ja gar keine Gelegenheit sich chemisch großartig vom Urzustand zu entfernen, so daß die Abweichungen beim Wasserwechsel dann kaum der Rede wert sind.

  • Hallo Herr Kremser,


    heute war ich beim Fischtierarzt, da ich seit einiger Zeit einen Fisch mit einer krummen Schwanzflosse hatte. Er konnte glücklicherweise keine ansteckende Krankheit erkennen. Seiner Meinung nach handelt es sich um eine Verletzung.


    Wenn ich demnächst wieder einen auffälligen Fisch haben sollte, werde ich ihn dort wieder zur Untersuchung bringen. Damit sollte ich dem Problem doch auf den Grund kommen. Ich bin jedenfalls erst mal erleichtert.


    Bezüglich der Huminstoffe habe ich folgendes bei der IGL gefunden:
    IGL
    Ich meine dort diesen Absatz:
    "Trichogaster labiosa stellt wenig Ansprüche an die Pflege, die Wasserwerte sind nicht von Bedeutung, wenn Extreme vermieden werden. Eher hartes Wasser wird nach meinen Erfahrungen besser vertragen als zu weiches, im weichen Wasser wird T. labiosa sehr empfindlich gegen Oodinium. Dagegen hilft aber ein Teelöffel Kochsalz auf zehn Liter Wasser. Das Wasser darf aber nicht mit organischen Stoffen oder Nitrit belastet sein, dadurch steigt sofort die Oodinium-Anfälligkeit. Also raus aus dem Becken mit den Buchen-, Eichen- und Seemandelblättern und erst recht weg mit der Torffilterung!"
    Dieser Beitrag hat mich bisher davon abgehalten mehr als ein Seemandelbaumblatt alle 1-2 Monate ins Becken zu tun. Das haben sie jedoch bisher vertragen.



    viele Grüße


    Monika

  • Hallo,
    zu speziell diesem Fisch habe ich keine Erfahrungen, die ich da entgegensetzen könnte.


    Allgemein haben sich aber Huminstoffe als pos. Stressoren bewährt, die das Immunsystem des Fisches trainieren können, um es so auf andere Reize optimal vorzubereiten.


    Mir kommt es so vor, als wenn der Autor eine allg. org. Belastung (s. den argumentativen Zusammenhang mit Nitrit) durch Futter (und damit eine Belastung durch fakultativ schädliche [proteolytische] Bakterien) gleichsetzt mit dem TOC (total organic content), der hauptsächlich von Huminstoffen und Fulvosäuren gebildet wird und in tropischen Gewässern immer eine große Rolle spielt, was meiner Meinung nach aber zwei völlig verschiedene Dinge sind.

  • Hallo Herr Kremser,


    es ist wirklich nicht einfach. Eben habe ich sogar gelesen, dass man die Colisa Labiosa am besten in Schwarzwasser zum Laichen bringt. Wenn ich so Ihre Meinung höre, dann werde ich wohl in Zukunft den von mir zitierten Artikel nicht überbewerten und weiter Seemandelbaumblätter ins Becken tun.
    Meinen PO4-Wert habe ich übrigens mittlerweile auf 0,2 runter. Das dürfte doch jetzt ok sein.


    viele Grüße


    Monika

  • Hallo,


    nein, einfach ist es häufig wirklich nicht. Da haben Sie recht.


    0,2 mg/l Phosphat würde ich als absolut optimal bezeichnen. Eine noch stärkere Absenkung würde dann schon wieder die Pflanzen hungern lassen.
    Wenn Sie es schaffen, die PO4-Konzentration um die 0,2 mg/l (+/-) zu halten, ist aus meiner Sicht alles in Ordnung.

  • Puh, Gott sei Dank!
    Laut meinem Tröfchentest ist das im gelben Bereich und ich habe hin und her üebrlegt, wie ich das noch weiter reduzieren soll. Dann habe ich aber noch einmal auf Ihrer Website nachgelesen und bin darauf gestoßen, dass es so doch ok ist. Dann fällt mir jetzt wirklich ein Stein vom Herzen. Den Wert halte ich schon 2-3 Wochen und hoffe, dass es nun auch so bleibt.
    So langsam scheine ich auf dem Weg zu sein. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.


    viele Grüße


    Monika