Kramerdrak + Magnesiumsulfat = Ausflockung??

  • Hallo Herr Kremser,


    ich habe mich nun endlich mal in Ihrem Forum angemeldet, da ich seit geraumer Zeit schon ziemlich erfolgreich und mit großer Überzeugung Ihr Ferrdrakon, Duradrakon und seit kurzem auch dem Kramerdrak einsetze.


    Zu letzterem habe ich aber eine Frage.
    Ich dünge Volldünger trotz meiner rund 40 lm/L immer sehr sparsam. Eine Zugabe von 1/4 bis maximal 1/2 der empfohlenen Dosierung reicht meiner Erfahrung nach vollkommen aus, um mein stark bepflanztes 54 Liter Becken (40 Nettoliter) mangelfrei zu betreiben.


    Ich dünge täglich und müsste im Fall vom Kramerdrak somit lediglich 0,2 ml pro Tag dosieren. Da mir diese Menge als Dosierung zu unhandlich ist und ich eh den Magnesiumanteil bei der Düngung noch ein wenig erhöhen wollte, habe ich den Kramerdrak im Verhältnis 1:4 mit destilliertem Wasser verdünnt und noch zusätzlich eine kleine Menge Magnesiumsulfat hinzugefügt. Im Detail sieht das so aus:


    3 ml Kramerdrak (Hatte mir das Pulver gekauft und dieses wie beschrieben in 500 ml Wasser aufgelöst)
    12 ml destilliertes Wasser
    0,49 g Magnesiumsulfat
    = 15 ml verdünnte Volldüngerlösung + Magnesiumsulfat
    Davon dünge ich nun täglich 1 ml auf meine 40 Nettoliter. Das reicht dann für 14 Tage.


    Die 0,49 g Magnesiumsulfat erhöhen den Magnesiumgehalt bei einer Dosierung von 1 ml / 40 L dieser verdünnten Lösung in mein Becken um 0,08 mg/l auf insgesamt rund 0,1 mg/l. Diese 0,1 mg/l entsprechen ziemlich genau meinem Tagesverbrauch den ich über mehrere Wochen hinweg durch regelmäßiges Messen ermittelt habe.


    Ich lagere die Lösung in einem kleinen Flächschen aus Braunglas, wie es z.B. bei den Wassertest von ### (Nitrat, Posphat) dabei ist. Dieses habe ich natürlich vorher mit kochendem Wasser mehrmals ausgespült.
    Die Lösung lagert dunkel und bei ca. 20°C Kellertemperatur.


    Nun ist mir vor ein paar Tagen aufgefallen, dass sich so kleine weiße Flocken in der Lösung gebildet haben. Die Struktur der Flocken ist sehr fein, fast wie Schneeflocken. Wodurch kommt das und was kann ich dagegen tun?


    Einen Ansatz den ich mir schon überlegt habe, ist mal den ph-Wert der verdünnten Lösung zu messen und ihn ggf. mittels Ascorbinsäure auf einen Wert <6 einzustellen. Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass die Chelatverbindung bei ph-Werten <6 stabiler sind. Stimmt das?
    Meinen Sie es macht auch noch sinn eine solche verdünnte Lösung zusätzlich mit Methylparaben zu konservieren?


    Schöne Grüße
    Sascha Nievelstein

  • Hallo,
    ohne Analyse fallen mir zwei Möglichkeiten ein. Ein Inhaltsstoffe fällt aus der Lösung aus. Es könnte sich z.B. um ein Eisensalz handeln. Die Verdünnung führt dazu, daß sich teilweise 2 Chelatormoleküle an ein Zentralatom anlagern, wobei dann freie Eisenionen in Lösung bleiben, die üblicherweise als Hydroxid ausfallen.
    Oder es handelt sich wegen der Verdünnung um einen Befall mit Bakterien oder Pilzen.
    Bei diesen Chelator-Komplexen ist das Verhalten etwas komplexer: Vereinfacht ausgedrückt werden im Sauren die Carboxygruppen der Chelatoren und teilweise auch die Aminofunktionen zunehmend protoniert, was dafür sorgt, daß die effektive Chelatorkonzentration immer kleiner wird. Im Alkalischen konkurriert ein zweites Gleichgewicht um die Eisenionen. Mit höherem pH spielt das schwerlösliche Eisenhydroxid eine immer größere Rolle.
    Ansäuern oder mehr Konservierungsmittel könnte beides für sich alleine oder in Kombination helfen. Ich würde einfach experimentieren.


    PS: Mir fehlt häufig die Zeit, um im Forum längere Antworten zu schreiben, während Ware nachzuproduzieren oder Aufträge zu bearbeiten sind. Dafür bitte ich um Verständnis. Selten sind die Fragen einfach oder in ein bis zwei Sätzen zu beantworten.

  • Hallo,


    vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Morgen mische ich mir eine neue Lösung an. Diese werde ich dann mal ansäuern und noch ein klein wenig Methylparaben zusetzen.
    Mal sehen wie das dann nach zwei Wochen aussieht.


    Gruß
    Sascha