Chelatierung Ferrdrakon

  • Hallo Herr Dr. Kremser,


    ich hole mal kurz aus, um den Hintergrund meines Problems zu verdeutlichen:


    Ich dünge seit Urzeiten mit Ferrdrakon und war immer sehr zufrieden.
    Seit des Beleuchtungsupgrades (vor 2 Jahren) von 2x15W T8 auf 2x24W T5 (alles mit Reflektoren) gab es jetzt allerdings latente Probleme, zuerst in meinem alten Becken mit Kiesboden und Terrdrakon, jetzt seit einem Jahr im Becken mit ungedüngtem Granatsand als Bodengrund. Das Becken fasst 68 l Brutto und ist 36 cm hoch.
    Die Symptome waren verkrüppelte Triebspitzen an den Rotalas (R. sp. "green", R. sp. "colorata", R. indica), Chlorosen an allen Stängelpflanzen und Bucephalandrae sowie teilweise weniger, teilweise stärkere Wachstumsstagnation. Algen gab es (bis auf grüne Algenbeläge an den Scheiben) nie.


    Ich habe in den letzten 1,5 Jahren alle Kombinationen aus NO3, PO4, K, Ca, Mg-Verhältnissen ausbrobiert, magere und fette Düngung, Unterschiede im Wuchs gab es kaum zu verzeichnen.


    Erst als ich die Volldüngergaben variierte, taten sich Unterschiede auf. Da es alles immer nach einem Volldüngermangel aussah, habe ich mir den KramerDrak besorgt (dieser gibt die Nährstoffe ja schneller frei) und diesen ein Jahr lang getestet (von 0-150% der Herstellerdosierung), einwandfreien Wuchs gab es nie, mit mehr KramerDrak lief es jedoch tendenziell immer besser. Bin dann wieder auf den Ferrdrakon umgestiegen. Dieser brachte bessere Ergebnisse, jedoch schien auch hier die Dosis nie zu reichen, weshalb ich schrittweise erhöht habe bis auf 200% der Wochendosis plus 1/2 der Maximaldosis Daydrakon. Da wuchs alles deutlich schneller und grüner, leichte Chlorosen sowie helle Triebspitzen gab es allerdings immernoch und, scheinbar begünstigt durch die hohe Konzentration aus chelatiertem Fe in der Wassersäule, eine seltsame weinrote Rotalge, die ich vorher noch nie gesehen hatte.


    Irgendwie, so schien es mir, werden in meinem Beckenmillieu die Chelatoren nicht schnellgenug geknackt, um genug Fe/Spurenelemente für die Pflanzen freizusetzen.


    Aus diesem Grund habe ich mir einen organisch chelatierten Volldünger auf Gluconat- und Citratbasis gekauft, um dem Mangel einen Booster entgegenzusetzen. Das funktioniert auch ganz gut, allerdings werden die Pflanzen nach Einsatz des Düngers zuerst stärker gefärbt, um dann mit zunehmendem zeitlichen Absatnd von der Düngung wieder zu verblassen. Meine Idee ist jetzt, den Ferrdrakon mit der normalen Wochendosis als "Grundversorgung" einzusetzen, da er ja gleichmäßiger die Nährstoffe freisetzt. Zusätzlich dazu kommt dann der "Booster" ins Spiel, um die Verstärkte Aufnahme während der Beleuchtungszeit zu gewährleisten.


    Jetzt zu meiner Frage: Sind die Chelatoren im Ferrdrakon von der Stoffmenge her genau gleich dosiert wie das Fe/die Spurenelemente, oder sind diese überzählig und können, falls vorhanden freies Fe wieder maskieren? Das würde dann ja das Fe aus dem Booster wieder chelatieren und die "Boostfunktion" verhindern.


    Vielen Dank für Ihren Mut , diesen Roman zu lesen ;-) und schonmal Danke für Ihre Hilfe.


    Beste Grüße
    Stefan Michels