Nitritwert bei Stickstoffdüngung

  • Hallo Zusammen,


    ich heiße René, bin neu im Forum und vielleicht etwas unbedarft im Nutzen desselbigen. Doch gleich eine Frage mit der Hoffnung auf zahlreiche Beiträge:
    Ich dünge seit geraumer Zeit mit Eudrakon N und stelle zum Einen fest, dass unmittelbar danach es zu einer leichten Wassertrübung kommt, welche wieder verschwindet. ?(
    Zum Zweiten stelle ich, obwohl ich auf AW 150l nur 2ml Eudrakon N dünge, einen Ausschlag des Nitritwertes fest. Das Nitrit als Stufe zum Nitrat ist mir bewusst, doch muss ich mir Sorgen bei längerer Anwendung machen? :/ Ich möchte meinen Nitratwert auf ca. 15 mg/l anheben. Momentan ist er <5 mg/l.


    Wasserwerte:


    NO3 <5mg/l
    NO2 n.n. / außer bei Düngung von Eudrakon N
    KH 15
    pH 7,0
    CO2 25mg/l mit Nachtabschaltung
    Fe 0,05 mg/l
    PO4 0,1 mg/l
    Temperatur 24C


    Besatz:


    12 Paracheirodon Innessi
    6 Trichogaster Chuna
    22 Trigonostigma Espei
    6 Caridina Multidentata


    Düngung:


    täglich 4 ml Ferrdrakon


    Eine Überlegung wäre eventuell den Besatz zu erhöhen.?


    Über Ideen, Beiträge oder gar Lösungen würde ich mich sehr freuen!
    Vielen Dank.

  • Hallo,
    wenn es zu einem messbaren Anstieg der Nitrit-Konzentration bei der rel. geringen Menge Eudrakon N kommt, dann ist zum einen die Nitrifikationsflora im Becken so gut wir inaktiv (wie beim Einfahren eines Beckens würde dann ein Bakterienstarter wie Bactedrakon helfen) und zum anderen praktisch kein Verbrauch durch die Pflanzen gegeben, denn Ammonium und Harnstoff werden von vielen Pflanzen zuerst vor dem Speicherstoff Nitrat heran gezogen.
    Also den Pflanzen mehr Zeit geben, gegebenenfalls mehr Pflanzen einsetzen und dem ganzen System etwas Zeit geben, um sich an die Düngung anzupassen. Bis dahin die Düngung etwas zurückfahren, wenn es mehr als nur Spuren Nitrit sind und später nur langsam wieder steigern.

  • Hallo Herr Kremser,


    vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage. Sehr interessant finde ich die Beschreibung des Zusatzes `Bactedrakon`. Hätten Sie vielleicht noch Vermutungen, warum es zum eventuellen Ungleichgewicht verschiedener Bakterienstämme gekommen ist?
    Äußere Eingriffe bzw. Veränderungen haben nicht stattgefunden. Es ist wirklich ausreichend Pflanzenmasse vorhanden, der Filter wurde nicht gereinigt und der Besatz ist eher zu wenig. Könnte es vielleicht sein, das die Oberfläche meiner mechanischen Vorfilterung im 1. Korb zu klein ist und sich somit zu wenig Bakterienstämme dort ansammeln können? In Verbindung mit einer zu hohen Durchflussgeschwindigkeit vielleicht ein Grund?
    Über einen Kommentar von Ihnen würde ich mich freuen.


    Grüße aus Kempten :)


    René B.

  • Hallo,
    je nachdem, ob vorher eine andere Stickstoffdüngung (ohne Ammonium oder Harnstoff) oder evtl. gar keine statt gefunden hat, ist vielleicht durch den sofortigen Verbrauch kurzfristig durch die Fütterung bzw. die Ausscheidungen der Fische verfügbares Ammonium nahezu sofort von den Pflanzen aufgenommen worden. So hätte eine Bildung bzw. Vermehrung von Nitrifikanten im Becken nie statt gefunden.
    Wenn jetzt die Zugabe höher als der unmittelbare Verbrauch der Pflanzen ist (zur Harnstoffmetabolisierung müssen z.B. erst Enzyme aktiviert werden, was primär mehrere Tage dauern kann) ist zumindest vorerst die Nitrifikationsflora im Becken überfordert. Das dürfte sich aber in einige Tagen geben, da ja jetzt eine Nahrungsgrundlage vorhanden ist.

  • Guten Abend,


    wieder einmal herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Habe mittlerweile wieder vorsichtig mit der Stickstoffdüngung begonnen. Nitrit ist n.n., werde gespannt sein auf die weitere Entwicklung.


    Einen schönen Abend


    Renè B.