Ist dieses Leitungswasser für den erfolgreichen Betrieb eines SüßwasserAq geeignet?

  • Hallo


    Ich habe ein 200l (netto 135 l) Süßwasseraquarium. Ich habe seit meinem Umzug hin und wieder Probleme mit dem Pflanzenwachstum und mit Grünalgen. Nachdem ich im Forum viel gelesen habe, stellt sich nun für mich die Frage, ob mein Leitungswasser überhaupt für den erfolgreichen Betrieb eines Süßwasseraquariums geeignet ist.
    Hier die Werte meines Wasserversorgers:


    Leitfähigkeit bei 25 °C µS/cm 495
    pH-Wert 8,50
    Sauerstoff mg/l 9,3
    TOC (Org. geb.Kohlenstoff) mg/l 0,40
    Freie Kohlensäure mg/l < 0.5
    Gesamthärte °dH 4,71
    Karbonathärte °dH 14,2
    Calcium mg/l 17,1
    Magnesium mg/l 9,9
    Natrium mg/l 83,0
    Kalium mg/l 0,8
    Eisen, gesamt mg/l < 0.005
    Mangan, gesamt mg/l < 0.002
    Aluminium, gelöst mg/l < 0.005
    Ammonium mg/l 0,03
    Nitrit mg/l < 0.005
    Nitrat mg/l 1,2
    Chlorid mg/l 3,5
    Sulfat mg/l 15,6


    Wegen des niedrigen Calziumgehaltes und zur Verbesserung des Ca/Mg-Verhältnisses überlege ich das Wasser mit 12g Calziumsulfat-Dihydrat aufzuhärten. Oder schaffe ich mir da neue Probleme?


    Mit Düngung habe ich folgende Werte eingestellt:


    Freie Kohlensäure mg/l ca. 20
    Magnesium mg/l ca. 20
    Kalium mg/l ca. 12
    Eisen, gesamt mg/l ca. 0,07
    Phosphat mg/l ca. 0,8
    Nitrit mg/l nicht nachweisbar
    Nitrat mg/l ca. 8


    Ich bin für jeden Rat dankbar!
    Alfred

    • Official Post

    Hallo,


    Ich würde hier ja nicht die GH erhöhen, sondern die KH auf die selbe Größenordnung wie die GH absenken. Das funktioniert mit pH/KH-Minus oder vergleichbaren Mitteln.
    Hierdurch würde nur der bislang sehr niedrige Sulfat-Gehalt geringfügig ansteigen.


    Der Kaliumgehalt ist schon sehr niedrig. Das muß man im Auge behalten und gegebenenfalls gegensteuern.



    Bei einem so niedrigen Nitrat-Gehalt würde ich den PO4-Gehalt auf max. 0,3 - 0,4 mgg/l einstellen.

  • Hallo,


    Ich würde hier ja nicht die GH erhöhen, sondern die KH auf die selbe Größenordnung wie die GH absenken. Das funktioniert mit pH/KH-Minus oder vergleichbaren Mitteln.
    Hierdurch würde nur der bislang sehr niedrige Sulfat-Gehalt geringfügig ansteigen.


    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Dazu habe ich zwei Fragen:
    1. Zum Absenken der KH um 9,4 Grad in 135l Auariumwasser würde ich 422 ml KH-minus benötigen. Da ich nach Ihrer Produktbeschreibung max. 10 ml KH-minus auf 40 l Auariumwasser täglich zugeben darf, würde dieser Prozess ca. 12 Tage dauern, also sich mit dem wöchentlichen TWW von 33% überschneiden. Die Absenkung beim Wechselwasser würde ca. 4 Tage dauern, dh. es ist auf Dauer fast eine tägliche Zugabe erforderlich. Oder bin ich einem Denkfehler zum Opfer gefallen?
    2. Ich habe gelesen, dass das Ca:Mg Verhältnis zwischen 3 und 4 liegen sollte. Mit KHminus würde aber das Verhältnis dieser GH-Bildner nicht beeinflusst, also damit auch nicht verbessert?


    Lt. TrinkwasserVO wird der Phosphatgehalt vom Wasserversorger nicht gemessen.Der von mit im LW gemessene (mit Photometer) Phophatgehalt beträgt ca. 0,7 mg/l. Hier ist mein Spielraum zum Einstellen gering. Ich versuche, diesen Wert zwischen Zuführ durch Fischfutter und Verbrauch durch die Pflanzen im Gleichgewicht zu halten.


    Gruß aus Bayern
    Alfred

    • Official Post

    Hallo,


    1. Zum Absenken der KH um 9,4 Grad in 135l Auariumwasser würde ich 422 ml KH-minus benötigen. Da ich nach Ihrer Produktbeschreibung max. 10 ml KH-minus auf 40 l Auariumwasser täglich zugeben darf, würde dieser Prozess ca. 12 Tage dauern, also sich mit dem wöchentlichen TWW von 33% überschneiden. Die Absenkung beim Wechselwasser würde ca. 4 Tage dauern, dh. es ist auf Dauer fast eine tägliche Zugabe erforderlich. Oder bin ich einem Denkfehler zum Opfer gefallen?

    Die Zugabemenge im Becken wird durch das entstehende CO2 limitiert. Im Wechselwasser müssen Sie darauf keine Rücksicht nehmen, wenn Sie das Wasser danach ausreichend belüften, um den CO2-Gehalt vor der Zugabe auf einen ungefährlichen Wert zu senken (max. 50 mg/l).
    Die Prozedur im Becken ist ja nur einmal notwendig, wenn Sie den Wert einmal im Becken eingestellt haben und danach das Frischwasser behandeln.

    Quote

    2. Ich habe gelesen, dass das Ca:Mg Verhältnis zwischen 3 und 4 liegen sollte. Mit KHminus würde aber das Verhältnis dieser GH-Bildner nicht beeinflusst, also damit auch nicht verbessert?

    Ich kenne das eigentlich nur in der andern Richtung. Man gibt Magnesium zu, um die Nachteile eines zu niedrigen Mg-Gehalts zu kompensieren. In der anderen Richtung sind mir keine Probleme bekannt. Mangelerscheinungen wegen eines auch rel. zu niedrigen Ca-Gehalts sind extrem selten.

    Quote

    Lt. TrinkwasserVO wird der Phosphatgehalt vom Wasserversorger nicht gemessen.Der von mit im LW gemessene (mit Photometer) Phophatgehalt beträgt ca. 0,7 mg/l. Hier ist mein Spielraum zum Einstellen gering. Ich versuche, diesen Wert zwischen Zuführ durch Fischfutter und Verbrauch durch die Pflanzen im Gleichgewicht zu halten.

    Ok, hier ist Ihr Spielraum natürlich eingegrenzt.
    Rührt der PO4-Gehalt denn von Ihrem Wasserversorger her, oder ist hausseitig etwa eine Phosphatierungsanlage eingebaut?

  • Hallo Herr Dr. Kremser
    Vielen Dank für die ausführliche Information. Ich werde jedenfalls den Gedanken Aufhärten mit CaSO4 fallen lassen. Das Absenken der KH um ca. 5 HG mit KHminus erscheint mir eine plausible und praktikable Lösung. Ich werde damit noch ein wenig warten, da sich 2 Wochen nach Umstellung des Wasseraufbereiters von ELFfm auf Aquadrak-Black sich sichtbar die Verhältnisse in meinem Aquarium gebessert haben (nur noch einige neue Fadenalgen, einsetzender Pflanzenwuchs, insgesamt gesünderes Aussehen). Warum das so ist und ob das mit meinem oben beschriebenen Wasserproblem zu tun hat, weiß ich nicht. Vorerst will ich nicht an mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehen und mich in Geduld üben und beobachten (auch wenns schwer fällt - gg)


    Nochmals herzlichen Dank aus Oberbayern
    Alfred