Problem mit Blaualgen und Düngeempfehlung

  • Hallo
    irgendwie bekomme ich mein 240l Aquarium nicht richtig in gang, ich kämpfe ständig gegen Blaualgen und die Pflanzen wachsen kaum.
    Beleuchtet wird es mit 2x T5 39W LF840 Leuchtstoffröhren mit Reflektor.


    Wasserwerte nach 2 Wochen sind:
    °C: 26
    KH: 10
    pH: 7,5
    GH: 11
    NH4: 0
    NO2: 0,05
    NO3: 1
    PO4: 0,25
    FE: 0,05
    CO2: 16


    Wasserwert Frischwasser laut Amperverband:
    KH: 13,6
    PH: 7,51
    GH: 13,6
    NH4: <0,01
    NO2: <0,02
    NO3: 16,2
    FE: <0,005
    Alle 2 Wochen führe ich einen Wasserwechsel von 50% durch


    Ich habe noch einen Co2 Reactor am laufen und dünge über einen Perfusor Ferrdrakon


    Seit heute habe ich noch H2O2 im Perfusor (1mg/h) in der Hoffnung die Blaualgen in den Griff zu bekommen.


    Hätte jemand vielleicht eine Empfehlung für mich?


    Danke
    Axel


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  • Hallo,
    zum einen ist Wasserstoffperoxid in der korrekten Dosierung sicherlich ein gutes und nebenwirkungsarmes Mittel um hartnäckige Blaualgenplagen zu unterbrechen. Dagegen ist also aus unserer Sicht nichts zu sagen.
    Vergleich ich die Nitratkonzentration im Leitungswasser und die im Becken, so zeigt sich doch ein gewisser Stickstoffbedarf des Beckens bzw. der darin enthaltenen Pflanzen. Wahrscheinlich hängt es hier mit dem Wachstum der Pflanzen am fehlenden Stickstoff (Nitrat). Zudem neigen Stickstoff-arme Becken gerne zu Blaualgen (sei es direkt oder wegen des mangelhaften Pflanzenwachstums).

  • Hallo miteinander!


    Ich habe fast ähnliche Vorraussetzungen in meinem Becken mit ca. 200 l. Seit Jahren hatte ich bisher keine ernstzunehmenden Probleme mit Algen


    Habe auf T5 Lampen gewechselt vor ca. 4 Monaten, weil meine alte Abdeckung defekt war und seit kurzem dünge ich mit Ferrdrakon. Auch wurden ein paar neue Pflanzen hinzu gekauft.


    Urplötzlich tauchten die Blaualgen auf und wurden sehr schnell immer schlimmer.


    Eine Behandlung mit Protalon von Esha schlug fehl. Keinerlei Wirkung. Aktuell versuche ich mich seit heute mit einer Dunkelkur zu helfen. Bekam den Tip für ca. 1 Woche das Aquarium zu verdunkeln, damit die Blaualgen (eigentlich Bakterien) absterben. Vorher wurde natürlich ein großer Wasserwechsel gemacht.


    Wie gesagt Aquarium ist aktuell absolut abgedunkelt, Beleuchtung logischerweise aus und eine Belüftung über Pumpe ist aktiv, damit Sauerstoff rein kommt.


    Die Wasserwerte sind komischerweise absolut in Ordnung. Weder Nitrit noch Nitrat ist nachweisbar. PH Wert ist bei 7,2. CO2 habe ich noch nicht aktiv. Habe aber vor eine Bio CO2 Anlage mir anzuschaffen.


    Bin mir jetzt unsicher wie ich weiter machen soll und ob ich das richtige mache, um diese Blaualgen wegzubekommen. Eine komplette Neueinrichtung will ich vermeiden.


    Das Becken läuft schon über 10 Jahre und ich hatte eigentlich noch nie solche Probleme. Standort ist unverändert. Ebenso der Besatz. Nur einmal hatte ich Blaualgen, die gingen damals aber mit Protalon weg. Seitdem über Jahre wie gesagt keine Probleme.


    Das Becken wird nicht beheizt. Es scheint die Beleuchtung für die Wärme auszureichen. Diese beträgt seit dem ich die neue Beleuchtung drauf habe immer so um die 28 Grad. Gestern war es dann auf 30 Grad gestiegen.


    Wüsste auch derzeit nicht, wie ich die Temperatur senken könnte ausser das ich die Beleuchtung ausschalte, was ja nicht Sinn und Zweck sein kann.


    Anfügen möchte ich noch was. Ich habe die Düngung mit Ferrdragon wie erwähnt erst neu angefangen. Dosierung 10 ml auf 100 l wie auf der Packung steht. Nach dem 2. mal fing das dann mit den Blaualgen an. Vorher habe ich mehrere Jahre nicht gedüngt und die Pflanzen wuchsen relativ gut.


    Vermute aktuell, dass es vielleicht etwas mit dem Dünger zu tun haben kann ...


    Gruss Lemmi1de.

  • Hallo,
    durch das Düngen mi Ferrdrakon ist das Wachstum der Pflanzen gefördert worden. In Folge stieg auch der Nitrat-Bedarf, was man an der nicht vorhandenen Nitrat-Konzentration sehen kann.
    Die Blaualgen sind nun nur noch eine Folge des manifest gewordenen Nährstoffmangels (siehe auch vorhergehenden Beitrag).

  • Hallo,
    die Dunkelkur ist auf jeden Fall erst mal richtig. Hinterher sollte man einen großen (mind. 50 %igen) Wasserwechsel nicht vergessen.
    Danach muss man an die Ursache derartiger Probleme gehen. Ein nicht nachweisbare Nitratkonzentration ist ein Hindernis für jede Pflanzenwuchs. Man kann hier aber gezielt an diesem Punkt mit Eudrakon N abhelfen. Nitrat (bzw. Stickstoff) ist der Hauptnährstoff eines jeden Pflanzenwuchs. Es geht nicht ohne.

  • Ich habe halt neue Wasserpflanzen, u.a. Wasserpest, Mooskugeln, ein paar Wasserkelche, roten Lotus und als Schwimmpflanze die Muschelblume neu eingesetzt und dann mit der Düngung mit Ferrdrakon nach Beschreibung angefangen. Valisnerien und Wasserkelche waren bei mir als Standart über Jahre im Becken.


    Bio CO2 wollte ich noch zusätzlich starten, aber das habe ich noch nicht gemacht.


    Die Muschelblumen wuchsen extrem stark und ruckzuck war die Wasseroberfläche zu gewachsen. Und im Wurzelbereich der Muschelblumen fing dann der Befall mit Blaualgen an.
    Hatte dann extrem große Muschelblumen mit sehr großem Wurzeln. Ich habe dann immer so 5 bis 6 von den größten drinnen gelassen und den Rest immer entsorgt. Es dauerte aber höchstens eine Woche und die Wasseroberfläche war wieder dicht.


    Möglicherweise habe die dann das ganze Nitrat rausgezogen. Dachte immer, die Pflanze wäre nicht schlecht für meine Fadenfische. Und nebenher ziehen sie die Nährstoffe für Algenbildung raus. Also was positives.


    Hatte auch Hornkraut noch mit drinnen, dass sich aber ruckzuck auflöste.


    Wie gesagt der Wuchs von denen war extrem stark und man kam mit dem Entfernen fast nicht hinterher. Und genau in dem Wurzelbereich der Muschelblumen oder am Beginn der Blätter fing dann der Befall mit Blaualgen an.


    Sprich ich muss aktuell nur zusätzlich nach der Dunkelkur mit einem Dünger mit Nitrat düngen und dann müsste ich die Situation in den Griff bekommen.


    Dann lass ich es aber auch erstmal mit dem CO2, weil dadurch wachsen die Pflanzen ja noch stärker und entziehen Nitrat.


    Teufelskreis ist das gerade. Hab jetzt fast 2 Jahre gar nicht gedüngt und hatte schöne Pflanzen. Und nun der Supergau.


    Ich hatte vor einigen Jahren schonmal das Problem. Es tauchte komischerweise damals auch auf, als ich mit Ferrdrakon Düngung nach Beschreibung angefangen habe. Als ich den Dünger dann weglies, bzw. eher vergessen hatte wurde es dann wieder normal.


    Deswegen denke ich gerade ernsthaft über einen Wechsel des Düngers wieder nach, da ich irgendwie einen Zusammenhang vermute. Eben weil es schonmal ähnlich war.


    Kann das sein das mein Becken den Dünger Ferrdrakon einfach nicht verträgt? Ich kenn halt von der AG Wirbellosen von früher die diversen Sachen von DRAK und der Ruf ist eigentlich gut. Auch wenn man bei Recherchen auf mehrere Aquarianerbeiträge stößt, die ähnliche Probleme haben.


    Teilweise fangen die dann mit 1/4 der empfohlenen Dosierung an und steigern langsam. Weil bei der empfohlenen Dosierung von 10 ml auf 100 l gleich am Anfang ähnliche Probleme auftauschten.


    Bin mir momentan total unsicher. Weil ich kannte nur Ferrdragon als Düngerempfehlung, aber auf Blaualgen kann ich verzichten, die nerven nur ...


    Nur was mir aktuell nicht einleuchtet ist, dass ich jetzt Nitrat noch zugeben soll. Normal ist jeder Dünger Nitratfrei, damit es nicht noch mehr Probleme mit Algen im Becken gibt. Irgendwie paradox das ganze gerade.

  • Hallo,
    Nitrat, Phosphat und Kalium sind nun mal die Hauptnährstoffe aller Pflanzen. Ohne geht es nicht. Gängige Dünger sind nur Nitrat-frei, weil die Fische üblicherweise genug Nitrat produzieren, bzw. das Leitungswasser oft schon genug davon enthält.
    Wenn das mit anderen Düngern nicht auftritt, dann wohl deswegen, weil diese Dünger entsprechend wenig taugen und und den Pflanzenwuchs eben nur um ein Bruchteil dessen was Ferrdrakon kann, fördern.
    Es ist immer so, dass der Nährstoffbedarf aller Nährstoffe steigt, wenn man fehlende Nährstoffe zugibt (s. Liebig'sche Minimumregel). Am besten fährt mana ber, wenn Licht oder CO2 das Wachstum begrenzen. In anderen Fällen gibt es entweder Mangelerscheinungen oder Algenwuchs oder beides.


    Das langsame Steigern der Düngerzugabe zu Beginn wird ja extra von uns propagiert, das braucht man daher nicht als Argument gegen unseren Dünger verwenden.


    Bei engagierten Pflanzenaquarianern und Aquascapern ist die sog. Makronährstoffdüngung schon seit geraumer Zeit fest etabliert.