schlechter Pflanzenwuchs trotz Mikro- und Makronährstoffzugabe

  • Lieber Herr Kremser, liebe Forenmitglieder,


    ich bin kein Neueinsteiger in der Aquaristik (seit mehr als 30 Jahren Aquarianer), aber hier im Forum melde ich mich zum ersten mal. Mein Thema: rätselhafter Kümmerwuchs in meinem 200 l - Süßwasseraquarium
    Betroffen sind vornehmlich Pflanzenarten, die hauptsächlich direkt über das Wasser ihre Nährstoffe beziehen (Rotala, Hygrophilla polysperma, Hornkraut...). Allen gemein ist, dass sie nicht so richtig wachsen wollen - Hygrophilla (an sich anspruchslos) treibt schwächliche, wellige kleine Blätter; Hornkraut und Rotala wachsen so gut wie gar nicht mehr. Dafür kämpfe ich seit Monaten gegen Pinselalgen (solche Probleme hatte ich bis dato noch nie). Das Becken war gut eingefahren, Bodengrund schon älter (10 Jahre), CO2-Düngung (1 Blase pro Sekunde - Reaktor), Außenfilter (Umwälzmenge ca. 180 l / h), sehr geringer Fischbesatz. Seit Jahren verwende ich ausschließlich DRAK-Düngeprodukte -> Ferrdrakon: 5ml alle 3 Tage; Kalium: 3 ml täglich; Phosphor: 2 ml alle 3 Tage; Daydrak: 2 ml täglich
    Beleuchtung: 5h - 2h Pause - 5,5h -> 2x18W Leuchtstoffröhren mit Reflektoren (######## "Amazon Day" und "Spezial Plant")
    Wasserwechsel: 14-tägig ca. 70 l -> keine Wasseraufbereitungsmittel; mittlere Wasserhärte
    Wo ist die Lücke, was fehlt (evtl. Makronährstoff Stickstoff??)? Ich bitte ganz herzlich um Ratschläge.


    Viele Grüße!
    Dirk

  • Hallo,
    besteht das Problem schon länger und hat es plötzlich oder schleichend angefangen (oder war das von Anfang an so)?
    Hat sich evtl. das Leitungswasser im betreffenden Zeitraum verändert?


    Stickstoff: dazu bitte Nitrat messen, dann weiß man mehr.


    Evtl. würde erst mal eine Phase mit deutlich mehr und größeren Wasserwechseln helfen?

  • Hallo Herr Kremser,


    zunächst vielen Dank für die schnelle Antwort. Das Problem zeigte sich mehr oder weniger plötzlich, zunächst vereinzelt Pinselalgen und Hygrophilla polysperma schob nur noch kleine Kümmerblättchen. Das dümpelt jetzt seit ca. 5 Monaten so dahin und ich bekomme, trotz (für mein Dafürhalten) ausgewogener Nährstoffzugabe keinen gesunden Wuchs mehr rein. Die Kalium- und Phosphorversorgung habe ich seit ca. 6 Wochen begonnen. Da ich hierfür die Ferrdrakonmenge halbiert habe, sind jetzt die Eisenwerte sehr niedrig.
    Wasserumstellung ist mir nicht bekannt, aber ich habe auch den Verdacht, das da grundsätzlich was nicht stimmt. Wöchentlicher Wasserwechsel ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich werde das Ferrdrakon auf tägliche Gaben von ca. 1,5 ml einstellen. Macht da der Tagesdünger überhaupt noch Sinn?
    Für Ihren weiteren Rat wäre ich sehr dankbar.
    Beste Grüße!
    Dirk

  • Hallo,
    bitte unbedingt noch einmal Nitrat und evtl. Phosphat messen und hier posten.


    Bei täglicher Ferrdrakon-Gabe und dem momentanen Kümmerwuchs halte ich die Daydrakon-Gabe zur Zeit tatsächlich für wenig sinnvoll. Bitte bis zur Lösung des Problems weg lassen.

  • Hallo Herr Kremser,
    kurz vor Weihnachten eine kurze Rückmeldung zu meinem oben beschriebenen Problem, verbunden mit einer weiteren Frage.
    Ich habe mich an Ihren Rat gehalten: Wöchentlich Wasserwechsel und folgende tägliche Düngergaben eingestellt:
    1,5 ml Ferrdrakon
    0,4 ml Daydrak
    Aufgrund von stark erhöhtem Rotalgenwuchs hatte ich alle weiteren Zugaben (P/N und Ferrdrakon K) zwischenzeitlich gestoppt. Jetzt scheint das Becken langsam wieder in Balance zu kommen, was ich an gutem Wachstum meiner Cryptos, Echinodorus und Amazonas-Schwertpflanzen festmachen kann. ABER: Es gelingt mir einfach nicht, ein paar schnellwüchsige Stengelpflanzen zu etablieren (Rotala - nach 2 Wochen tot, um das Seegrasblättrige Trugkölbchen und meine Hygrophilla polysperma kämpfe ich noch).
    Ich gebe seit dieser Woche täglich 2 ml Ferrdrakon K zu obigem Düngerpaket dazu (zur Erinnerung: Das Becken hat ein Wasservolumen von ca. 160 l netto). Eine Messung von PO4 (Test von T++++) ergab zunächst 0 mg/l. Deshalb Zugabe von jeweils 2 ml Eudrakon P über zwei Tage verteilt. Da der besagte Test zwischen 0 und 0,5 mg/l nicht weiter differenziert, bin ich mir nicht sicher, wie ich mit der P-Düngung weiter verfahre.
    N-Düngung ist momentan ausgesetzt - gemessener Wert: ca. 12 mg/l.
    Eisen habe ich mit einem reinen Eisenpräparat auf 0,05 mg/l eingestellt.
    Wie kann ich die Nährstoffversorgung meiner Pflanzen optimieren - ohne das die vorhandenen Algen die Oberhand gewinnen? Ich bitte um Ihren Rat.


    Herzliche Grüße und ein frohes Fest!
    Dirk