Düngermenge unplausibel?

  • Hallo
    Ich dünge mein Becken mit den Produkten von Drak. Aber die benötigen Mengen lassen mich doch die Stirn runzeln. Erstmal ein paar Fakten:
    Eheim Scubacube 270 Liter
    6 cm Glanzkies 1-3mm
    2 mal Eheim 2224 Aussenfilter in Reihe mit Tonröhrchen, Substrat, Filtermatten blau und Watte.
    4x24W T5 Lichtfarbe 880 / 865 plus Reflektor.
    2x Ledbalken mit 600 Lumen
    Bodenheizung mit 100 Watt an Biotherm Temperatursteuerung mit Nachtabsenkung.
    Co2 Anlage über PH Controller mit U2 Atomizer.
    Besatz:
    20 Kaisertetra, 10 Keilfleckbarben, 1 Farlowella, 3 unbekannte Welse mit ca 10cm. Ein *paar* Schnecken, und ein paar Helenas als Gegenspieler.
    Pflanzen:
    3 Amazonasschwertpflanzen
    1 Cabomba
    3 Stengelpflanzen (unbekannt)
    4 Anubia
    2 tanzende Feuerfeder
    Nixkraut
    1 Valisneria
    Ricciapolster
    Javamoos
    3 verschiedene Echinodoren?
    Und noch 2 bis 3 unbekannte Dinge.
    Wasser:
    25 Grad
    KH 9
    Ph 6,9
    Nitrat 30 ml/l im Brunnenwasser, 20 ml/l im Aquarium
    Nitrit 0


    Nun zu meiner Frage, ich dünge täglich mit 10 ml Ferrdrakon und 3 ml Daydrakon. Zudem liegen unter jeder Pflanze selbstgedrehte Tonkugeln mit Blaukorn. Trotzdem ist nach der Mittagspause und ca 8 Stunden Beleuchtung kaum mehr Eisen nachweisbar (JB* Tropftest). Insgesamt beleuchte ich 12 Stunden, die LED brennt unter der Mittagspause. Die Amazonas bekommen schon braune Blattspitzen und die unteren Blätter der Stengelpflanzen bekommen kleine runde Löcher und werden abgeworfen. Da die Dosierung schon sehr hoch ist, kann man da bedenkenlos noch mehr zugeben? Oder ist hier ein anderer Dünger besser?

  • Hallo,


    täglich 10 ml Ferrdrakon und 3 ml Daydrakon auf circa 250 Liter sind fast 0,4 mg/l jede Woche, also das vierfache der üblichen Dosis. Das ist wirklich viel!


    Als erstes mal den Eisentest kontrollieren. Kann man wie folgt überprüfen:


    1) 1 ml Ferrdrakon in 100 ml entmineralisiertes Wasser (gibt`s im Supermarkt, heißt dort auch destilliertes Wasser) geben, gut schwenken.


    2) Von der Lösung dann 1 ml nehmen (am besten mit einer Spritze aus der Apotheke) und in 200 ml entmineralisiertes Wasser geben, gut schwenken.


    3) Die Lösung mit Eisentest messen, der Test sollte 0,05 mg/l Eisen anzeigen.


    Wenn der Test nichts anzeigt, nicht gleich einen neuen Test kaufen, sondern die Düngung mal mit der Hälfte der Dosierung weiterführen und die Pflanzen beobachten. Anhand der Beschreibung auf dieser Seite KLICK, kann man (grob) abschätzen, ob Eisen fehlt.


    Wenn der Test korrekt funktioniert, verbraucht das Becken scheinbar wirklich so viel Eisen. Eine Ursache kann die sehr großzügig dimensionierte Filterung sein. In meinen Augen reicht bei dem Besatz schon einer der verwendeten Filter aus. Solange die Pflanzen aber keine Schäden zeigen, die auf Eisenmangel hinweisen, würde ich die Dosierung nicht erhöhen.


    Die Löcher in den älteren Blättern der Stengelpflanzen deuten auf Kaliummangel hin. Hier sollte die Verwendung von Ferrdrakon K oder Kramerdrak helfen. Die Dosierung der Dünger müsste man sich überlegen, aber erst sollte Sie sicher gehen, dass der Eisentest richtig funktioniert.


    Gruß,
    Volker

  • Hallo
    Vielen Dank für die Tipps, das überprüfen des Eisentests werde ich mal heute Abend in Angriff nehmen. Natürlich bin ich davon ausgegangen das er wie versprochen anzeigt. Dunkelrosa wird er das habe ich in meiner spielerischen Natur natürlich nach dem testen mal mit einem Dünger benetzten Finger versucht. Die Sache mit dem Filter wollte ich noch klarstellen, es läuft nur der Motor des zweiten Filters. Durch den ersten wird nur durchgesaugt. Ich melde mich wieder sobald ich den Test überprüft habe.
    Grüße
    Sascha

  • Hallo zusammen


    Also die Überprüfung des JB* Eisentests ergab ein überraschendes Ergebnis. Mit der beschriebenen Verdünnung zeigte der Farbschlag eher 0,1mg/l. Ist also eher empfindlicher als angegeben. Auf die verwiesene Seite mit den Mangelerscheinungen habe ich einen Blick geworfen und stimme zu. Es sieht aus wie ein Mangel an Kalium und Mangel an Mangan. Zur besseren Diagnose habe ich mal ein paar Fotos angehängt.
    Um mal den heutigen Tag zu beschreiben, ich habe vor der Arbeit um 5 Uhr 7ml Ferrdrakon und 3 ml Daydrakon dosiert. Nach dem testen heute Nachmittag habe ich nochmals 10 ml Ferrdrakon und 4 ml Daydrakon dosiert. Aktuell habe ich einen Eisenwert von 0,05mg/l. Es bleibt dabei, ich kann mir nicht erklären wohin der Dünger verschwindet. Meinen UVC Klärer habe ich schon testweise vor 2 Wochen abgeschaltet.
    Nun was könnte ich hier noch unternehmen?


    Grüße
    Sascha
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  • Hallo zusammen


    Um die Größe des Schwundes ein wenig darzustellen habe ich heute vor der Düngerzugabe gemessen. Der Test ergab im allerbesten Fall eine Konzentration von 0,05mg/l eher weniger. Die Färbung war fast nicht zu sehen. Um mal ein Extrem zu schaffen habe ich 10ml Ferrdrakon und 8ml Daydrakon zugegeben. Und siehe da, ich messe eine Konzentration von 0,2mg/l. Auch wenn ich ein wenig über das Ziel hinausgeschossen bin, ich werde so wie gestern um 19 Uhr nochmals messen und sehen was übrig geblieben ist. Wenn ich richtig addiert habe, sind es in 30 Stunden 27ml Ferrdrakon und 15ml Daydrakon um diesen Wert zu erreichen.
    Für Vorschläge bin ich dankbar.


    Grüße Sascha

  • Hallo,


    also 27 ml Ferrdrakon und 15 ml Daydrakon auf 250 Liter ergeben rechnerisch eine Fe-Konzentration von 0,18 mg/l, die gemessenen 0,2 mg/l passen also, der Dünger hält was er verspricht ;). Wie sah denn die Konzentration am nächsten Tag aus?


    Was mir gerade einfällt: Ist das Substrat im Filter vielleicht Zeolith?


    Der Hygrophila corymbosa scheint wirklich Kalium zu fehlen. Ich würde täglich 4 ml Ferrdrakon K düngen und gucken, ob sich das bessert. Die alten Löcher verschwinden nicht, bei neueren Blättern dürften nach einiger Zeit (es muss sich erst eine gewisse Kaliumkonzentration aufbauen) aber weniger bis gar keine Löcher mehr auftreten. Dafür dann 2 ml Ferrdrakon am Tag weniger hinzugeben.


    Wenn sich die Situation nach ein, zwei Wochen nicht bessert, die Ferrdrakon K Zugabe pro Woche um 2 ml erhöhen und weiter beobachten. Dabei immer 1 ml Ferrdrakon durch 2 ml Ferrdrakon K ersetzen.


    Die Blätter der Hygrophila corymbosa sind wirklich etwas blass, könnte Manganmangel sein. Aber bei der Ferrdrakon Zugabe ist das sehr unwahrscheinlich (Mangan fällt eigentlich weniger schnell aus als Eisen).


    Den UVC Klärer würde ich ausgeschaltet lassen, der zerstört die Chelatoren zuverlässig. Bei dem relativ niedrigen Besatz und regelmäßigen Wasserwechsel ist der auch gar nicht nötig.


    Mehr würde ich im Moment nicht verändern, sonst weiß man nicht, welche Maßnahme greift und welche überflüssig ist (oder die Lage sogar verschlechtert).


    Ansonsten schönes Becken. Die Cabomba caroliniana sieht gut aus! Bei mir machte Hygrophila corymbosa fast nie Probleme und Cabomba caroliniana fast immer, hier ist es wohl genau andersherum :).


    Gruß,
    Volker

  • Hallo


    Vielen Dank für den Beitrag, ich will mal versuchen die noch offenen Fragen zu beantworten. Als erstes die Sache mit dem Zeolith. Da ich das Becken gebraucht übernommen habe, war auch ein Filter mit dabei. Um die Bakterien bei der Umsiedlung nicht so zu stören, habe ich den Filter einfach so weiter verwendet. Nach ca einem Monat habe ich das erste mal gereinigt und gleich mit dem zweiten Aussenfilter verbunden. Ich erhoffe mir so eine längere Laufzeit, und werde immer nur von Zeit zu Zeit einen Filter reinigen. Vermutlich den ersten öfters. In dem *eingefahrenen* Filter war ein Substrat das dem Zeolith ähnelt. Dieses habe ich auch nach der ersten Reinigung wieder verwendet um den Filter schneller wieder zum arbeiten zu bringen. Ob es Zeolith ist lässt sich also abschließend nicht mit Bestimmtheit sagen.
    Sollte ich dieses bei der nächsten Reinigung vielleicht einfach mal ersetzen? Der Filteraufbau würde ja an dieser Stelle auch eine zweites Fach mit Ehfisubstrat oder ähnlichem zulassen. Hier bin ich für gute Vorschläge offen.
    Der Eisengehalt stabilisiert sich nach meiner Düngerorgie, Morgens noch vor einschalten der Beleuchtung habe ich Werte von 0,05mg/l bis 0,1mg/l gemessen. Durch rantesten habe ich eine Düngermenge von 6ml Ferrdrakon und 4ml Daydrakon ermittelt. mit dieser Menge habe ich dann am nächsten Tag Morgens den oben angegebenen Wert. Somit dürfte ja genug zur freien Verwendung sein. Die Menge ist meines Erachtens zwar immer noch sehr hoch, aber zumindestens ist Eisen vorhanden. Die ersten neuen Blätter der Hygrophila corymbosa (nun weiß ich auch wie die Pflanze heißt) sehen um einiges besser aus. Grün, eventuell würde ich sagen ein leichter Bronzeschimmer. Die Valisneria erfreut mit breiteren Blättern, und die Rotala rotundifolia wächst gedrungener mit breiteren Blattspitzen.
    Leider muss ich auch feststellen das sich im gleichen Maße die Fadenalgen an der Düngerzugabe erfreuen. Hatte ich bislang nur ein paar grüne pelzartige Algen an der Rückwand und auf einer der Licht am nähesten Wurzel, die fast schon dekorativ waren, so werden diese zusehends dunkler und die Fadenalgen versuchen Ihr Glück. Ich werde hier mal geduldig absammeln und beobachten.


    Die Cabomba entspricht leider nicht so ganz meinen Erwartungen, ich finde die Abstände zwischen den Trieben zu groß, und die sich bis zur Mitte der Pflanze hin bildenden Wurzeln in den Achseln finde ich optisch störend für den Gesamteindruck. Hier wird sich wohl die Rotala durchsetzen wenn genug Triebe herangewachsen sind.


    Ein paar Tage werde ich mir wohl noch Zeit lassen bis ich es mit Ferrdrakon K versuche. Wenn die Blätter der Hygrophila weiter so wachsen, wird vielleicht die zu geringe Düngergabe an den Mangelerscheinung Schuld haben. Hier ist wohl die Individualität jedes Beckens zu beachten. Die Mengenangabe auf den Flaschen hat mich hier abgehalten noch mehr zu dosieren, was scheinbar aber erforderlich ist.
    Auf alle Fälle bedanke ich mich für die Unterstützung und den freundlichen Umgangston. Nicht immer ist die Quantität der Antworten in anderen Foren vorzuziehen.


    Grüße
    Sascha

  • Hallo,
    es kann verschiedene Gründe für einen so rel. hohen Düngerverbrauch geben. UV-Lampe und Zeolith wurden ja schon genannt. Zeolith wirkt hier teilweise wie ein Ionentauscher. Wahrscheinlich ist das "geerbte" Filtermaterial tatsächlich ein Zeolith.
    Wurzeln an den Stengelknoten sind für viele gesund wachsende Stengelpflanzen völlig normal (auch wenn sie den optischen Eindruck stören). Auf vielen Aquarienbildern sind sie nur deswegen nicht zu sehen, weil häufig direkt die frisch geernteten emersen Triebe der Pflanzen für die Photobecken verwendet werden.

  • Hallo zusammen


    Dann werde ich mir den Rat zu Herzen nehmen und das Zeug auswechseln. Optisch ist es wie ein feiner Schwamm, und es sind kleine Bruchstücke. Bei dem Anblick dachte ich eher an eine Art Porenbeton als *Bakterienheimat* Natürlich werde ich den Korb dann gegen Ehfisubstrat tauschen und mal messen ob sich Veränderungen einstellen.


    Grüße
    Sascha