Seit Kaliumdüngung seltsames Phänomen beim Zurückschneiden

  • Hallo,


    seit dem ich Kalium nachdünge (nicht mit einem Dünger von hier- sondern erst mal zum Testen mit selbstgepanschter Kaliumcarbonatlösung), beobachte ich beim Schneiden der Pflanzenstängel ein komisches Phänomen:
    Im Moment des Durchschneidens werden die beiden Schnittenden plötzlich transparent. Als würde Aquarienwasser in die Stängel hineinströmen und die Gewebeflüssigkeit in der Pflanze zurückdrängen. Das war vorher nicht. Ich habe auch noch einmal den Versuch gemacht, das Kalium wieder wegzulassen. Dann war auch das Phänomen wieder verschwunden.
    Ich nehme an, das ist irgendein Osmosephänomen und zeigt wohl an, dass so eine Pflanze wohl eine Menge Kalium speichern kann.

  • Hallo


    Das ist ja interessant. Dieses Phänoman beobachte ich ebenfalls - allerdings nur bei reinen Wasserpflanzen wie limnophila- oder cabomba-Arten. Während z.B. bei limnophila sessiflora jeweils die ganze Internodie, die durchtrennt wurde, glasig wird, ist dies bei Sumpfpflanzen wie Ludwigia nur bis ca. 5mm von der Schnittstelle zu beobachten. Ist das bei Dir auch so?
    Da ich schon immer mit Kalium dünge konnte ich den Unterschied noch nicht feststellen. Kann mir aber vorstellen, dass das eher mit der Kapillarwirkung in den Leitungsbahnen bzw. Zellzwischenräumen zu tun hat. Das Kalium könnte einen weniger gedrungenen Wuchs verursachen und somit die Leitungsbahnen "aufweiten", so dass das Wasser die Möglichkeit hat bis zum nächten Blattknoten aufzusteigen.
    Bei Aquarienpflanzen, die eigentlich Sumpfpflanzen sind, verhindern dies vermutlich in den Stiel eingelagerte Bestandteile, die der Pflanze ein Standgerüst verleihen um emers wachsen zu können.
    Würde mich aber auch interessieren, was die Fachleute dazu sagen.


    Gruß Norbert

  • Ja, hatte ich vergessen zu schreiben. Bei der Limnophila wird die ganze Internodie transparent, bei einer stabileren Pflanze, Hygrophila, nur ein kleines Stück und nur schlecht erkennbar (der Stängel ist ja sowieso viel holziger).
    Es liegt hier mit Sicherheit am Kalium (oder an was anderem, was die Pflanze nur bei Anwesenheit von K aufnimmt). Wer das Phänomen kennt und- wie du- offenbar für normal gehalten hat, hat anscheinend genug K im Wasser.
    Mit der K2CO3-Lösung wächst die Limnophila auch viel besser. Vorher verwelkte die Pflanze von unten her schnell, jetzt bleibt sie länger grün.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,

    Wie ist das eigentlich bei der Aufnahme von Kalium... Wenn die Pflanze ein Kaliumion aufnimmt, muss sie doch ein anderes Kation abgeben (nehme ich an, wie bei Nitrat und Carbonat). Was gibt sie ab?

    da gibt es mehrere Möglichkeiten. Welche davon realisiert wird, hängt von Pflanzenart und den konkreten Umständen ab.
    Sie kann ein Proton abgeben, oder es wird zusammen mit dem Kalium gleich ein Anion zum Ladungsausgleich mit aufgenommen (Hydrogencarbonat bsp.).

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,

    kann dies mit ein Grund dafür sein, dass in einem sehr stark bepflanzten Becken die KH langsam verschwindet, während die GH und der Leitwert in etwa gleich bleibt?

    ja sicher. Allerdings gibt es noch ein Reihe weiterer Gründe und Möglichkeiten für die Produktion von Säure bzw. den Abbau der KH.