• Hallo,

    das ist eine berechtigte Frage.

    Aquadrakon Black enthält ein Huminstoffsalz, das wie bei allen Wasseraufbereitern nur auf das Frischwasservolumen dosiert wird.

    Fulvodrakon enthält zum größten Teil Fulvosäuren und einen geringeren Anteil Huminsäuren. Die Dosierung ist auf das gesamte Wasservolumen berechnet.


    Die Stoffe überschneiden sich nur teilweise, werden mehr oder weniger rasch abgebaut oder bilden mit Schadstoffen unlöliche Verbindungen, die im Filter verbleiben. Als Resümee würde ich empfehlen nach einem Wasserwechsel mit Aquadrakon Black nicht unmittelbar danach auc hnoch Fulvodrakon in voller Dosis zuzugeben. Dann entweder die Dosis um 30 - 50 % reduzieren oder am besten erst 2 - 3 Tage später, also versetzt, anwenden.

  • Hallo,


    ich interessiere mich auch für Fulvadrakon.


    So wie ich es bisher verstanden habe, lassen sich Fulvosäuren grundsätzlich auch z.B. über Torffilterung oder Laub ins Becken einbringen.

    Hat der Einsatz von Fulvodrakon von der Wirkung her demgegenüber Vorteile?


    Viele Grüße,

    Jan

  • Ist auch für mich als Diskushalter interessant.


    Ich bevorzuge aufgrund der Bepflanzung jedoch Präparate die keine Färbung mit sich bringen.


    Gibt es was von Ratiop.. Ähhh Kremser

  • Hallo,

    Fulvosäuren entstehen wie Huminsäuren bei der Zersetzung organischen Materials, haben aber eine geringere molekulare Masse und sind im Gegensatz zu diesen nicht tiefbraun sondern nur leicht bräunlich-gelb gefärbt. Sie sind natürlich auch in Torf* enthalten, aber kaum in frisch gefallenem Laub. Hier dürften eher Gerbsäuren vorliegen.

    Die Färbung durch Fulvodrakon ist kaum der Rede wert und auch nicht besondern anhaltend. Bitte probieren Sie es einfach mal aus.

    Man könnte natürlich eine nahezu ungefärbte Tannin-Lösung herstellen, die ist aber in der Wirkung auf Lebewesen nicht direkt vergleichbar. Hier würde der ansäuernde Effekt überwiegen.


    * Unterschiedliches Humin-/Fulvosäure-Verhältnis je nach Torfsorte (Weißtorf/Schwarztorf), nicht reproduzierbare Abgabemenge, starke Beeinflussung der Wasserparameter im Gegensatz zu Fulvodrakon.

  • Hallo,


    danke Herr Kremser für die Antwort!


    Ich habe mir jetzt testweise mal eine Flasche Fulvodrakon bestellt und in einem Aquarium die untere Grenze der hohen Dosiervariante (10ml/100L) zugegeben, um zu schauen, ob es sich erkennbar positiv auf die Gesundheit einiger chronisch kranker Fische in diesem Becken auswirkt.


    Dabei hat sich bei mir das Aquarienwasser stark bräunlich eingefärbt und verdunkelt - das ist wahrscheinlich eine unvermeidbare Konsequenz, richtig?


    Viele Grüße,

    Jan

  • Hallo,

    so unterschiedlich bzw. subjektiv ist die Wahrnehmung. Ich finde, dass die Färbung eher gering ist, vor allem, wenn man Sie direkt mit einem Na-Huminat vergleicht, dass wir z.B. für Aquadrakon black verwenden.

    Ja, die Färbung ist erst einmal nicht zu vermeiden. Das ist vor allem der kleinere Anteil der Huminsäure (stark gefärbt), der hier auffällt, während die Fulvosäure kaum zur Färbung beiträgt.

  • Hallo,


    ok, vielleicht gelingt es mir Vergleichsfotos zu machen, um zu illustrieren, was ich mit der subjektiv stark empfundenen Einfärbung meine.


    Aquadrakon Black hatte ich in der Vergangenheit auch mal im Einsatz - dort war mir interessanterweise nie eine nennenswerte Verfärbung des Wassers aufgefallen.


    Bei Fulvodrakon handelt es sich um eine sehr intensiv tiefbraun gefärbte Flüssigkeit, richtig? (So sieht sie in meiner Flasche aus)


    Viele Grüße,

    Jan

  • Ich glaube das ja, ich bin ja auch subjektiv. Mir ist es allerdings in einem 20 l Testbecken bei 10 ml/100 l Wasser nicht gelungen einen Unterschied darzustellen, den man nicht auch mit Photoshops Belichtungseinstellung hätte erklären können. Wenn Ihnen in einem großen Becken dazu brauchbare Photos gelingen, toll. Hilft ja allen.

    Jetzt ist die Färbung ja kein "Problem", dass man nicht auch anderweitig hätte (Torf, Erlenzapfen, selbst Laub färbt mehr oder weniger stark). Wie stark genau ist auch immer eine Konzentrationsfrage:

    10 ml / 40 l Wasser Aquadrakon black: 1,25 mg/l Na-Huminat

    10 ml/100 l Wasser Fulvodrakon: 2 mg/l Huminsäure


    Die Konzentration ist also fast doppelt so hoch und damit die Färbung wohl auch deutlicher als bei Aquadrakon black.

    Sorry, wenn ich das zuerst missverständlich formuliert habe. Eine konzentrierte Lösung eines Na-Huminats wirkt für mich noch deutlich schwärzer als die kräftig braun gefärbte Fulvodrakon-Löung.

  • So, ich habe mal ein Foto gemacht, auf dem das Aquarium mit Fulvodrakon (links) zusammen mit einem Aquarium ohne (rechts) zu sehen ist. Beide Aquarien werden mit der gleichen Farbtemperatur (6500K) beleuchtet und sahen für mich von Lichtfarbe/Wasserfärbung her vor der Fulvodrakon-Anwendung "gleich" aus.


    Es ist gar nicht so leicht, den Effekt per Kamera einzufangen - in "echt" sieht der Unterschied zwischen den beiden Becken für mich noch deutlicher aus, und die grünen Pflanzen im linken Becken wirken deutlich mehr ins gelbliche verfärbt als auf dem Foto. Am Sandboden vorne im linken Becken kann ich den Unterschied vorher/nachher auch gut sehen - vorher sah der Sand für mich fast weiß aus.


    Die Verfärbung ist aber für mich auch kein großer Beinbruch, wenn ich die "hohe" Dosierung nur über ein paar Wochen anwende. Dauerhaft wäre mir dieses Aquarium mit 10ml/100L allerdings zu gelblich ;-)

    Ich dachte, es wäre vielleicht für andere Mitlesende interessant, hier einen Erfahrungsbericht zu lesen.


    Viele Grüße,
    Jan

  • Hallo Herr Dr. Kremser,


    der Thread kam gerade richtig, denn ich stehe kurz vor einer Bestellung. Um nicht zu viel des Guten zu tun ;-) Bisher setze ich regelmäßig Erlenzapfen ein, würde dieses Produkt auch ein Ersatz für den Einsatz derartiger pflanzlicher Prophylaxe?


    Viele Grüße


    Dirk Eckert

  • Danke! Dann probier ich mit Fulvodrakon "pur" aus, glaube dann bekomme ich den besseren Vergleich.

  • Hallo Herr Dr. Kremser,


    Dank Ihrer schnellen Lieferung, konnte ich das Produkt in nunmehr der zweiten Woche einsetzen. Nachdem der farbliche Eindruck bereits diskutiert wurde: In beiden Becken in denen ich es einsetzte erscheinen die Tiere noch agiler und Neuzugänge, die ich im größeren Becken einsetzte, schienen sich zügiger an die neue Umgebung zu gewöhnen. Menschlich kann ich es nur so umschreiben, als wenn das Verhalten den Wegfall einer verbliebenen "latenten Anspannung" widerspiegelt.


    Als Anmerkung: Ersetzt hatte ich Erlenzapfen und ein wöchentliches Spurenelementepräparat durch Fulvodrakon, ansonsten keine Veränderungen.


    Ist das jetzt auch Einbildung , ich hatte die Beschreibung des Produktes eher Prophylaxe gegen mögliche schleichende Prozesse verstanden, oder handelt es sich hier quasi um ein "Wundermittel" ;-) mit schnell realistisch schnell beobachtbaren positiven Wirkungen?


    Viele Grüße


    Dirk Eckert

  • Es freut mich natürlich sehr, wenn das Mittel so schnell seinen Nutzen beweisen darf. Wenn man Prof. Steinberg folgen möchte, geht das tatsächlich eher in die zweite Richtung. Wobei dieser natürlich nicht Wundermittel dazu sagt, Humin- und Fulvosäuren aber als unverzichtbar benennt.

  • Dem ist wenig hinzuzufügen.


    Grade wenn wir extreme Weichwasserspezialisten anführen wird spätestens die Wichtigkeit dieser beiden Stoffgruppen gewahr.


    Nehmen wir den Diskus..und hier propagiere ich jetzt mal zum Ärger manch anderer richtige Haltungsbedingungen.


    Wir haben hier also extrem weiches Wasser,Leitwerte die maximal bei 200-250 liegen,bei Wildfängen und zur Zucht eher tiefer. Der Optimalwert liegt hier bei 75-100 MS/cm2.


    EIne KH die sich nahe dem nicht messbaren Bereich befindet,eine GH con ca 3 - 4.


    Also sehr weiches mineralienarmes Wasser. Dennoch brauchen grade diese Tiere ihre Mineralien zum Wachstum und damit einhergehend auch zur Verhinderung von Dingen der Lochkrankheit .


    Damit diese Mineralienaufnahme aus dem Wasser überhaupt funktionieren kann bei derart niedrigen Werten sind Huminstoffe absolut !unverzichtbar!.


    Erst diese gestatten es den Tieren die wenigen vorhandenen Mineralien im Freiwasser aufzunehmen.


    In diesem Sinne kann auch ich als Scaper und Diskusfreund Fulvodrakon nur ein Daumen Hoch geben.


    Sehr ergiebig, ein Nachdosieren lässt sich gut anhand der Färbung planen. Derzeit bin ich auf 600 Liter bei ca 3 ml/Tag.


    Einzig und allein die Dosisempfehlung würde ich nicht zu eng befolgen (sofern kein Schwarzwasserbecken geplant ist).Diese ist zwar natürlich keineswegs schädlich,dann ist es jedoch sehr düster im Becken.


    Interessant wäre hier zu wissen welche Huminquellen verwendet werden.


    Derzeit bin ich noch am eroieren was der Auslöser ist, jedoch habe ich seit Anwendung des Fulvodrakon einen Po4-Anstieg verzeichnen können. Nun neigen manche Humine aus bestimmten Quellen (manche Torfarten zb) ja zu recht hohen Phosphatabgaben.


    Gibt es hierzu Tests etc?


    Liebe Grüße


    Lars Meyer

  • Hallo,

    den PO4-Gehalt habe ich tatsächlich noch nicht gemessen. Kann ich gerne einmal nachholen, wenn es nach Weihnachten etwas ruhiger wird.
    Der Hersteller wird zur Herkunft des Konzentrats verständlicherweise leider nicht konkreter als bei uns in der Beschreibung angegeben: Das Konzentrat wird schonend aus einer Grundwasserquelle extrahiert.

    Dabei können natürlich u.U. auch Phosphate mit angereichert werden.


    Als die recht guten Komplexbildner, die Humin- und Fulvosäuren sind, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass gefällte Phosphate aus Filterschlamm und Bodengrund rückgelöst werden.